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Versicherungsverhalten im Wandel: Mehr Absicherung im Alltag, weniger Fokus auf Altersvorsorge

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Die Menschen in Deutschland sichern alltägliche Risiken heute deutlich umfassender ab als noch vor wenigen Jahren. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistisches Bundesamt.

Insgesamt bleibt der Versicherungsschutz breit und stabil – verschiebt sich jedoch erkennbar hin zu kurzfristigen und konkreten Risiken.

Starker Schutz bei Alltagsrisiken

Besonders verbreitet sind Versicherungen, die unmittelbare Risiken abdecken:

Private Haftpflichtversicherung mit der höchsten Verbreitung unter freiwilligen Policen
Kfz-Versicherung mit 81,2 %
Hausratversicherung mit 78 %

Diese Zahlen zeigen: Praktische und direkt greifbare Risiken stehen zunehmend im Fokus der Absicherung.

Jüngere Haushalte holen auf

Auffällig ist die Entwicklung bei jüngeren Haushalten. Hier gewinnt die private Haftpflichtversicherung deutlich an Bedeutung und etabliert sich als früher Standard in der finanziellen Planung.

Das deutet auf einen strukturellen Wandel hin: Absicherung beginnt früher im Lebenszyklus und wird als grundlegender Bestandteil finanzieller Stabilität verstanden.

Rechtsschutz gewinnt an Bedeutung

Auch Rechtsschutzversicherungen legen zu. Mittlerweile ist fast jeder zweite Haushalt entsprechend abgesichert. Dieses Wachstum spiegelt ein steigendes Sicherheitsbedürfnis in einem zunehmend komplexen und unsicheren Umfeld wider.

Laut Jörg Asmussen werden Risiken heute bewusster wahrgenommen – eine breite Grundabsicherung entwickelt sich zur neuen Normalität.

Schwäche bei der Altersvorsorge

Während kurzfristige Risiken stärker abgesichert werden, zeigt sich bei der langfristigen Vorsorge ein gegenteiliger Trend:

Kapitalbildende Lebensversicherungen sinken von rund 32 % auf unter 28 %
Staatlich geförderte Produkte wie Riester- und Basisrenten gehen leicht auf 27 % zurück

Das weist auf eine wachsende Zurückhaltung bei langfristigen Vorsorgeprodukten hin – möglicherweise bedingt durch Unsicherheiten, Komplexität oder veränderte Renditeerwartungen.

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von wpservice
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